Eine komplette Übersicht aller bisher bekannten 143 MANOLI und NOVELTA Dosen/Schachteln gab mein MANOLI ABC, das von Mai 2021 bis 2025 bei mir erworben werden konnte. Es ist zwischenzeitlich leider ausverkauft. Hier ein Ausschnitt auf die Seiten 4 und 5.

Der Entwurf zum Plakat für die Gewerbeausstellung 1896 kam von Ludwig Sütterlin. Manoli verkaufte dort Cigaretten, wohl aber nur über sog. „Bauchläden“. Auf der Ausstellung gab es ein Tabakmuseum von Löser und Wolff in dem gar keine Zigaretten ausgestellt wurden. Zu sehr war der Raucher noch auf Zigarren fixiert. Die Zigarette galt als zu proletarisch im kaiserlich geprägten deutschen Reich. Diese Zigarettentüte ist mein ältestes Manoli-Dokument und belegt für mich, dass der Name MANOLI vom Spitznamen für Jacob Mandelbaum abgeleitet wurde.

Grafische Entwicklung der Verpackungsgestaltung für MEINE KLEINE: 1897, 1901, 1914, 1915.

Die erste Manoli Anzeige 1907 mit einer Produkt-Abbildung. Hier für La Fleur, Diva, Gibson Girl und House of Lords. Sie wurde von Paul Leni (Levi) gestaltet.

Bis Ausbruch des 1. WK am 1.8.1914 benutzte Manoli dieses Bild für seine Zigarette „The Kaiser“. Es zeigt Kaiser Wilhelm II in englischer Dragoner Uniform. Er war der Enkel von Königin Victoria von England. Die Original-Vorlage stammt aus der Berliner Zeitung 1901, bei der auf das Foto von der Verleihung des Titels Ehrenoberst der 1. königlichen Dragoner von England im Jahr 1894 zurückgegriffen wurde.

Ab August 1914 ist der Kaiser nur noch in deutscher feldgrauer Uniform auf der Zigarettendose zu sehen.

Ein weiteres Beispiel für die Veränderung der Namen ab August 1914: Aus der CHIC wurde die FLOTT. Jeweils oben eine 20er, darunter je eine 50er. Das Design rechts ist eindeutig Lucian Bernhard zuzuordnen.

Ab 1905 nutzte Manoli dieses Warenzeichen- hier noch mit den Buchstaben ANOLI in dem M. Das Logo ist entlehnt dem englischen Hosenbandorden „order of the garter „(honi soi qui mali pense- Schlecht ist, wer Böses dabei denkt). Für mich ein Symbol der Kaisertreue von Jacob Mandelbaum zu Kaiser Wilhelm II, da dieser Orden dem Kaiser 18177 noch als Prinz Wilhelm von Preußen verliehen wurde.. Der verliehene Orden wurde 1915 von den Briten wieder aberkannt.

Eine sehr frühe 100er Mano Dose von Manoli- die als SMART umetikettiert wurde, ca.1905. Schönes Beispiel, dass in den Zeiten vor der Tabaksteuerreform 1906 noch nicht die einzelnen Markennamen so im Mittelpunkt standen. Erst mit der Einführung der Steuerbanderole ab 1906 wurden dann die einzelnen Sorten mehr zu eigenständigen Markennamen. So konnten die leeren Packungen immer wieder aufgefüllt werden, um Kosten zu sparen und sich nicht immer eine neue (teure) Dose kaufen zu müssen.

50er Matchless – ab 1912. Darüber eine 10er Dose in der Größe 10,5 x 9,5 cm, das heisst, dass jede Matchless Zigarette etwa 1 cm breit war. Mundstück mit 22 Karat Goldbelag!

Einer der wirkungsvollsten Packungsgestaltung von Lucian Bernhard für Manoli. Anders als bei vielen anderen Bernhard-Entwürfen, ließ sich der Meister hier auf eine grafische Spielerei ein. Nicht nur deshalb bei vielen Sammlern eine sehr begehrte Dose, die leider nicht sehr häufig in gutem Zustand auf dem Markt ist.

Zwei Dosen aus der Zeit um 1913: Manoli Optima Dosen, beide für 25 Stück. Die größere Dose oben ist 13,4, cm lang und 2,5 cm hoch und war für Cigaretten mit Mundstück. Die kleinere war auch für 25 Zigaretten, aber ohne Mundstück. Sie ist 10 cm lang und 1,5, cm hoch. Entwurf von Lucian Bernhard.

Das Grenadier Regiment in Berlin-Kreuzberg wurde in diesem Jahr 100 Jahre alt. Mandelbaum trat hier bestimmt als Sponsor auf.

Die EXTRAGROSS wurde als Zigarren-Ersatz von Manoli besonders an der Front im 1.WK ab Oktober 1915 angeboten. Die Soldaten sollten vermehrt auf die schnell zu konsumierende Zigarette umsteigen, um nicht durch den aufsteigenden Rauch im Schützengraben gesehen und dadurch gefährdet zu werden.

Manoli wurde ab 1. Oktober 1921 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Für die erste Sitzung des neuen Aufsichtsrates am 30. November 1921 wurde den Anwesenden solch eine 100er Dose überreicht. 1920 erwarb der Berliner/Frankfurter Bankier Maximilian von Goldschmidt-Rothschild Anteile an Manoli. GOLDROTBANK ist deshalb ein Wortspiel aus den beiden Nachnamen der Investoren.

www.manoli-berlin.de

10er Packung Abseits
Das Abseits wurde 1925 durch den Internat. Fußball Board (IFB) eingeführt. Manoli brachte parallel ab 1925 die Fußball Bilder in der Manoli Abseits heraus. Dazu gab es viele (z.Zt. etwa 450 bekannt) Bilder von den damals aktiven Fußballern, die alle in den deutschen Oberligen spielten, u.a. Sepp Herberger, Heiner Stuhlfauth u.a.

Bessie wurde 1925 auf den Markt gebracht. Entwurf von Hans Heimbeck. Hier deutlich schon der Reemtsma Einfluss, da Manoli ab 1924 in der Aktienmehrheit auf Reemtsma überging, aber noch relativ selbständig blieb. Reemtsma wollte mit diesem Kauf (und noch vielen anderen Aufkäufen) seine Marktstellung auch in Berlin verbessern. Berlin war ein besonders umkämpfter Markt (Garbaty, Abdulla, Josetti, Muratti, Problem-Phänomen u.a.m.) und von strategischer und symbolischer Bedeutung.

Wunderbare Schachtel für eine lange Damenzigarette mit sehr langem Mundstück . Neu war hier, Frauen als klare Zielgruppe zu definieren und ihnen mit der PARKSCHLOSS auch eine attraktive Marke anzubieten. Entwurf von Lucian Bernhard, ab 1920

Manoli gehörte erst ab 1933 richtig zum Reemtsma-Konzern. Bis dahin war Manoli eine eigene AG, an der aber Reemtsma ab 1924 die Mehrheitsanteile hatte. Ab 1929 pushte Reemtsma nochmals den Verkauf der Privat- auch mit Hilfe dieser 12er Schaupackung für Dekorationszwecke. Leitspruch für die Privat war das von Christian Morgenstern geprägte Wort: Alles Feinste bleibt Privat!

50er Ovaldose, ca. 1954, Berlin und Frankfurt am Main. Die Zigarettenfabrik Liberty in Frankfurt-Bergen-Enkheim produzierte unter Lizenz der Reemtsma AG diese Zigarette- aber nicht mit sehr großem Erfolg. 1958 wurde Liberty in Frankfurt geschlossen und alle Maschinen nach Lahr in Baden (Reval, Roth Händle) zur Badischen Tabak Manufaktur gebracht. Die BTM gehörte damals auch zu Reemtsma.